Category: Downloads & Streams

5 Sekunden unfassbares Drama

By Alexander, 08/04/2009 21:04

Ohne Worte :)

Download gefällig? Hier klicken

Auf YouTube gibt’s übrigens noch unzählige andere Varianten.

Watchmen – Der Film

By Alexander, 07/03/2009 14:11

Der Film ist draussen, und…

watchmen

…alles ist gut! Nachdem seit schon fast 20 Jahren überlegt wurde wie das Ding umzusetzen ist, ist es ja fast ein kleines Wunder. Regisseure wie Terry Gilliam behaupteten das Buch wäre unverfilmbar, Paul Greengrass ist an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert und jetzt hat Zack Snyder es tatsächlich geschafft. Also gefällt mir der Film: Ja und wie! Ist es das mögliche Meisterwerk, das manche erwarten: Nein, wohl nicht. Ich habe das Buch eh schon gelobt bis zum umfallen, daher gehe ich jetzt einfach nur die größeren Unterschiede ein. Eigentlich ist Watchmen ja wie das Buch, ich weiss nicht was daran jetzt so unverfilmbar war: Abgesehen von einigen Vereinfachungen und notwendigen Kürzungen ist der Plot fast 1 zu 1 der gleiche. Quasi jede Szene ist wiedererkennbar, Dialoge wurden oft einfach direkt übernommen, genauso wie visuelle Referenzen. Nicht falsch verstehen, das Buch hat schon einiges mehr, aber nichts dass jetzt vollkommen zu vermissen wäre. Die Atmosphäre ist super eingefangen und die meisten Darsteller machen ihren Job verdammt gut: Patrick Wilson und Jackie Earle Haley sind absolut herausragend. Der einzige Tiefpunkt ist Malin Ackerman, die zwar ok ist, aber nicht wirklich mit großen schauspielerischen Leistungen aufwartet. Evtl. kann Zack Snyder einfach keine Frauen in seinen Filmen führen: Lena Headey wirkt in 300 auch wie auf Stelzen. Apropo 300, ja es ist der selbe Regisseur aber nein es ist nicht die selbe Quelle. Der Plot von 300 passt auf eine Briefmarke und alle Figuren sind bestenfalls Archetypen während Watchmen mit 163 Minuten Laufzeit einen immer noch nach mehr schreien lässt und richtige Charaktere, eine richtige Welt ausbaut. Ein ähnliches Problem haben aber beide: Beide sind sehr nah an der Graphic Novel, eventuell zu nah. Die wirklich oft  gleich übernommenen Dialoge wirken manchmal etwas hölzern, Szenen etwas unwirklich, Schauspieler etwas fehl am Platz. Das ist nicht weiter schlimm, irritiert aber manchmal ein wenig.

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Ich war ja etwas verunsichert dass der Film die Charaktere etwas kalt lässt und so sehr zu Actionfilm mutiert, aber auch hier ist alles in Ordnung. Der Film ist generell Dialog und Stimmungslastig und alle Actionszenen gibt es in dieser Form auch mehr oder weniger im Buch, nur hier wird dem snyderschen Irrsinn wieder etwas Tribut gezollt. Das Buch war der Hinsicht recht simpel, kurze Beats, aber spannend und einfallsreich, im Film geht’s da aber etwas mehr zu Sache. Die Actionszenen sind schnell und zackig, aber immer nachvollziehbar geschnitten, die Charaktere schlagen in einer Art um sich, dass Jet Li wohl keine Chance hätte, die Zeitlupen kommen dick zur Geltung. Das ist übertrieben, ja, aber wer die Action in 300 mag wird die Actionszenen hier wohl lieben, ich bin zumindest recht glücklich. Eine weitere massive Änderung zum Buch: Der Gewaltfaktor wurde ordentlich angehoben, wo vorher maximal ein bisschen Blut zu sehen war, werden hier Knochen gebrochen, Beine durchschossen und Leute durch Dr. Manhatten in Einzelteile zerfetzt. Ist das nötig: Nein! Aber es macht wirklich mal wieder Spaß etwas Splatter zu sehen, der wirklich schön mit Comicmäßigem Punch eingesetzt ist.

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Ansonsten schafft es der Film auch auf eigenen Beinen zu stehen.  Watchmen hat nicht die Zeit wie das Buch, schafft es aber anderweitig herrlich die Stimmung einer Welt zu erzeugen, die unserer gar nicht so unähnlich ist. Insbesondere Musik wird hierfür herrlich genutzt, z.B. von Nena (ja es kommt 99 Luftballons vor in Watchmen) bis Simon & Garfunkel, von Bob Dylan bis zu einer irrwitzigen Parodie auf Apocalypse Now mit dem Ritt der Walküren. Der Film nutzt das meistens verdammt erfolgreich. Apropos 99 Luftballons, der Film spielt immer noch in den 80er Jahren, der Stil ist teilweise mit ein paar herrlich modischen Aussetzern (dicke Hornbrillen etc.) geschmückt, das Produktionsdesign bringt die Era gut zur Geltung. Und ja, auch die Detailfülle des Buches, die viele kleinen Details kommen zur Geltung. Beispielsweise hab es im Buch den kurzen Verweis das Hooded Justice, der geschichtlich erste Held im Kostüm, möglicherweise ein Deutscher war; im Film hat er nur ein ganz kurze Szene, aber wenn man im englischen Original etwas genauer hinhört, dann ist der Akzent definitiv da. Und solche Details hat der Film wirklich viele, selbst das Uhrwerk kommt vor: Eine riesige Uhr zeigt in den Nachrichten die Wahrscheinlich des dritten Weltkrieges. Das Beste natürlich, um diese Welt einzuführen ist der über fünf Minuten lange Vorspann der wirkt als würde man sich durch ein perfekt gestaltetes Museum der letzten 45 Jahre bewegen. Alles was im Buch im Detail erklärt, wird hier kurz angerissen: Die Minuteman der 40er, die gesellschaftlichen und politischen Änderungen, Silk spectre als Pinup auf einem Bomber im zweiten Weltkrieg und noch ein wenig mehr: Andy Warhol lässt sich von Night Owl inspirieren, Ozymandias steht vor Studio 54 während hinter ihm David Bowie, Mick Jagger und die Village People abhängen.  Und dazu spielt Bob Dylans “The Times They Are A-Changin’”. Für mich quasi perfekt. Wer den Vorspann sehen will, klickt einfach auf das Bild der Minutemen zum downloaden oder streamen, er ist tatsächlich online erhältlich:

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Kommen wir zum Ende. Vielleicht auch zum Ende des Films. Das ist nämlich das Einzige was relativ stark abweicht, nicht in Stimmung und nicht am tatsächlichen Ausgang, aber das Endereignis ist etwas anders. Ich persönlich finde es etwas besser, es ist realistischer und passt mehr in einen Realfilm, während das Original eher comichaft gewirkt hat. Nichtsdestotrotz ist das Ende relativ harter Tobak, das Buch hat hier schon mit einem Verweis auf den 11. September vorgegriffen und der Film hält sich nicht zurück. Die Twin Towers stehen in Watchmen übrigens noch. Was mir noch einfällt: Richard Nixon sieht im Film schon arg lächerlich aus, vielleicht ist das sogar mein größter Kritikpunkt. Anyway ich bin zufrieden, ich sehe den Film bestimmt mehrmals im Kino und anschlißend auf Blu-Ray und kann ihn eigentlich auch uneingeschränkt weiterempfehlen. Wer das Buch kennt wird dem Film wohl etwas mehr abgewinnen können, aber alle die gestern mit mir ohne Vorkenntnisse im Film waren sehr, sehr positiv angetan. Wohl ein weiterer Film in meiner Top 5 dieses Jahr. Großes Kino also mit Nena, Nixon und Superhelden!

Watchmen

The Kiss – Videocommentary

By Alexander, 17/10/2008 19:30

If you liked the feature about The Kiss, then you will be quite pleased with this new entry at alphamaedchen.net.

In July Jean-Luc Julien and I were recording an audiocommentary and luckily enough we used my old video camera for the job.

A videocommentary is the final result. Just click down below to watch it. If you haven’t seen the film yet, you should download it right here.

Filmfeature: The Kiss von Jean-Luc Julien

By Alexander, 28/09/2008 17:54

Wie schon länger angekündigt gibt es hier das erste Feature zu einem Kurzfilm, der nicht von René Hoffmann und/oder mir gemacht wurde.

Einige hier kennen vielleicht schon The Kiss von Jean-Luc Julien, den wir zusammen mit Schlaflos und Rundweltmädchen Gesucht! zusammen mehrfach aufgeführt haben.

1998 in Los Angeles gedreht, 2000 in München fertiggestellt, 8 Minuten lang und in schwarz-weiss auf 16mm gedreht und vollkommen frei von jedwegen Dialogen. Das sind ein paar der Eckdaten.

Die Story ist simpel: ein älterer Mann (Henry Lide) begibt sich an den Strand, Ziel ist der Suizid, die Mittel dafür sind viel Whisky und ein Handrevolver, doch kurz bevor es dazu  kommt, begegnet ihm ein Engel (Lisa Allison Engber) der direkt aus dem Meer auf ihn zu läuft.

Da mir der Film wirklich sehr gut gefällt, hab ich Jean-Luc zu diesem kleinen Feature überredet. Und bevor ich jetzt lange schreibe, könnt ihr euch den Film hier einfach ansehen:

Eine Datei zum Download findet ihr hier:

Datei Format Länge Größe
The Kiss
XviD/MP3 (Auflösung 640×480) – Gezippt 07:49 min 57 Mb

Hat euch der Film gefallen? Dann interessiert euch bestimmt das Interview, dass ich mit Jean-Luc zu seinem Film geführt habe. Da Jean-Luc ja Amerikaner ist, habe ich ihn die Antworten allerdings auf Englisch liefern lassen. Und naja, da ich Übersetzungen so oder weniger prickelnd finde und ja auch gerade etwas faul bin, bleibts auch auf Englisch ;-)

1. How did you originally get involved with film?

I wrote my first screenplay “Revenge of 33” with a friend in the 7th grade at the age of 13. My friend’s name was Chris Adams and he wanted to be a film director and I wanted to be an actor at the time. Chris and I never shot the film together, but six years later I decided to shoot it with another friend, my brother and my brother’s friends on an old VHS camcorder (belonging to my brother’s friend George). We shot it over a long weekend (hence the production company name Four Day Films) at my friend Darren’s house (without his parents consent or knowledge). Actually, that wasn’t the first short film I shot. Before that, also in 1989, my brother had to make a video for his freshman English class about Martin Luther King Jr. So we shot what I suppose could be called a docu-drama, even though we didn’t even know the meaning of the word back then. But he got an A on the project nonetheless and the teacher shows the film each year to her students. It’s interesting (well to me anyway) that I always thought I was involved in the theatre before film, but I guess that’s not necessarily the case after all.

2. What inspired you to make The Kiss?

After living in Germany for three years, I decided to return to Los Angeles in the summer of 1998 to see if I could get some work in the US film industry. The only thing I could get was an unpaid “assistant to the producer” position from my old college friend Jefferson Edward Donald who was producing a feature film called “Park Day.” Meanwhile, my brother was planning a cross-country trip and I briefly considered joining him and a couple of his friends in the back of the van, imaging it might make an interesting documentary. But another one of my brother’s friends, Jeff Chong, approached me with the idea of making a short film together. He was a photographer and had purchased a 16mm motion picture camera and was yearning for an excuse to use it. So I decided to stay in LA and shoot a short film with Jeff. While I was in LA I met up with an actor named Henry Lide, who I had directed in a play called “Room Service” in 1994 just before I left for Germany, and who I would later base the lead character of the film on. The idea of the film came from a dream I once had when I was passed out under the coffee table in my living room. There was a girl who I was madly and quite tragically in love with, and I had been drinking a lot to numb the pain of her apathy when I had this dream. I dreamt that I was passed out under the coffee table and the apartment was a mess. The girl came through the door and saw the state of me and the apartment. But instead of disgust and a reprimanding tone she came up to me with such love and understanding, devotion and compassion, that when she placed her lips upon mine the kiss was filled with such giving and such a life force of love and redemption that my soul would never want for anything else ever again. Words are rather inadequate to describe the beauty and salvation of the moment. Perhaps that is why I used no dialogue in the film. So it didn’t take me too long to write; I don’t know how long but not too long, a couple days maybe. I remember sitting in the room where my brother grew up in my mother’s house and typing on the old computer from the notes I’d written on a yellow legal pad. I didn’t really have to invent anything; I just looked around me and wrote that. The dream was deep inside me, and Henry was there and we had gone to the beach together to shoot some random stuff on video, and it all just fell into place. So the inspiration was a mixture of the physical (Jeff and his 16mm camera) and the spiritual (dream).

3. The film has quite a dreamlike, surreal, even arty quality. Is that something that we might see again in future projects?

I know it would be really cool and professional-sounding if I could say that it was the look I was going for and that this was indeed my signature filmmaking style that I’d like to embed in all my films, but that fact is, like the film itself, it just happened. Part of the “look” of the film had to do with a lack of finances and the other part was simply the overcast weather on one particular weekend. Though to be fair to myself, I was naturally involved with the color correction and overall look of the film at the lab. The film has a very raw look about it and I like that very much because I feel the content of the film is also very raw. As far as if I’ll recreate that look in future films, well, I suppose that depends on the film. I certainly didn’t use that look for “The Fest” (2005). Actually, I’m not sure that I could ever make another film like “The Kiss” again, nor would I really want to. The film is very special to me and will always hold a special place in my heart despite its obvious limitations.


4. The film was shot in L.A. with at least some post-production in Munich. How did that work?

The fact is that I couldn’t finish the film during my three months in LA so I had to finish it long-distance from Munich. I finished cutting the film by hand and then sent the positive edited film to the negative cutters in Burbank. I got a VHS copy of the print from the lab and I met with my friend Mark Williams who would compose the music in his home on a four-track and send me copies of the music on tape to Germany. My friend Jefferson took over supervising the post-production in LA and coordinating with me in Munich. The optical track for the film was produced at ARRI in Munich. We had some problems timing the music to the film due to the fact that the US uses 24 fps and Europe 25 fps. But eventually we got the music to synch with the film and ARRI was kind enough not to charge me for their work.

5. Can you tell us a bit about the cast and crew and what they’re up to now?

The first person I cast was Henry, who I mentioned earlier. That was pretty easy since I’d worked with him before and knew he was a talented and committed actor. Then before I could properly look for an actress, the actress came to me. I was driving to North Hollywood to pick up the DP of the film I was helping out on for my friend Jefferson but I was early so I grabbed some breakfast at a House of Pies off Ventura Blvd. At the table next to me sat a woman with her hair up and her glasses on reading Back Stage West. This was Lisa Allison Engber. I remembered from my time in LA that Back Stage West was the paper actors looked into every Thursday for new auditions. So I asked her if she was an actress and she admitted she was. I introduced myself as a producer/director and told her that I was casting a short film at the moment. Her entire countenance changed once she discovered that I was a director and casting a film. She touched her hair and removed her glasses. It was rather amusing really, this power that people have over other people who need things from those people (i.e. actors and producers/directors). I told her a little about the film and that there was no money in it and she would have to spend nearly all her screen time kissing an older gentleman. She seemed interested and I gave her my (mother’s) address to mail me her picture and resume. I was slightly surprised when a few days later it arrived in the mail. I never considered another actress even though I had not seen anything she’d done before. Turns out she also studied film directing, in Texas I believe, and she ended up making her own costume out of the material we bought together. The little girl was played by Amy Johnson, my mother’s friend’s daughter. I had originally wanted my daughter to act in the role but it would have been a bit pricey to fly her over to LA from Munich for such a small role. But Amy did a fine job, and she even grew up to study film in LA. I’m still in touch with Henry, having spoken to him on the phone only a few weeks ago. He spends most of his time working as a stage manager for a number of different equity theatre productions in LA. I think he’s done a little acting here and there since “The Kiss” but not much. Unfortunately I have lost contact with Allison who last I knew was singing in a band in LA called Body and Soul.


6.  What are your plans for future projects?

I don’t actually have any plans for another production per se, but there are a number of projects I’m interested in doing. I have several short scripts and a feature script I would like to develop. I just met with a DP yesterday who is interested in working on my short film “Drive” but we need to find a producer first. I’d like to try and get some funding from the FFF and that’s a production in itself. I probably spent more time writing this year than any other year before (with, perhaps, the exception of 2001 when I first wrote “Drive”). Hopefully I’ll be shooting something this winter. Stay tuned…

Bettys Apartment hat ein Musikvideo, Schlaflos einen Trailer und Christian Genzel ein Interview

By Alexander, 13/08/2008 20:38

Die zweite Empfehlung in den letzten Tagen, und ja eigentlich bin ich echt ganz glücklich damit, einfach weil ich nach den ganzen letzten Artikeln selbst unter einer kleinen Rundweltmädchen-Überdosis leide und doch lieber gerne über was neues schreibe.

Also was empfehlen wir diesmal?

Es gibt ein kleines aber feines Musikvideo von Bettys Apartment, einen Trailer für Schlaflos und ein Interview mit Christian Genzel, der bei beiden Projekten Regie geführt hat.

Aber fangen  wir mit dem Musikvideo an: Der Song heißt “Spiel ohne Grenzen”, der Leadsänger und Kopf von Bettys Apartment heißt Christoph Schwarz, Regisseur war wie gesagt Christian Genzel und das Endresultat ist echt gelungen. Bevor ich jetzt noch mehr erzähle, habt ihr euch das Video aber schon längst angesehen:

Musikvideo begutachtet? Super, dann könnt ihr hier gleich weiterlesen was Christian Genzel zur Enstehungsgeschichte des Videos zu erzählen hat:

Christoph Schwarz, der “Kopf” von Betty’s Apartment, und ich hatten schon ein paar Mal Anlauf genommen, ein Musikvideo zu machen. Meistens war aber die Idee einfach nicht zündend genug, eines ist auch einfach unter der Last des eigenen Anspruchs erdrückt worden, sowohl was Finanzen wie auch was den Aufwand angeht. Der Impuls hinter dem “Spiel ohne Grenzen”-Video war jetzt also einfach erstmal: Machen wir’s. Wir rocken das Teil.
Wir wollten dafür also ein möglichst einfaches Konzept haben, das aber witzig und ein bisschen ironisch ist – wie es der Song ja auch ist. Nicht selber zu ernst nehmen. Da kam dann der Gedanke recht bald, daß man die Band einfach permanent in Orte setzen kann, die eigentlich völlig unpassend sind und auch immer abstruser werden: So wie John Cleese bei den Pythons mit seinem Schreibtisch immer irgendwo auf der Klippe oder in der Wiese hockt, packen wir die Band in den Wald, in den Fahrstuhl, ins Badezimmer, an die Bushaltestelle.
Der Dreh war dann größtenteils ein recht lockerer Spaß – wir sind quasi als kleines Guerilla-Team über den Spielplatz, durchs Einkaufszentrum, und quer durch Salzburg und haben überall den Song ein paar Mal gespielt. Manche Leute schauen einen dabei ja mitunter so an, als würden sie sich fragen, wo wohl unser Betreuer abgeblieben sein könnte. Andere fanden das aber auch einfach sehr lustig – das völlig alberne Playback auf der Rolltreppe hat zum Beispiel für viel Heiterkeit gesorgt. Wenn man dann am Ende des Tages zum fünfhundertsiebenundzwanzigsten Mal das Playback runterspult, ist der Spaß dann natürlich doch irgendwann einfach nur noch Arbeit.
Ein etwas auf alt getrimmter, improvisiert wirkender und quasi “dilettantisch stilisierter” Look war von Anfang an geplant, aber erst mit unserem Cutter David Nolan wurde das dann konkreter. David, der in Wien liebt, hat ewig geschraubt und gebastelt, um das Video so aussehen zu lassen. Und hatte auch immer wieder starke Ideen für den Schnitt.

Soviel zum Musikvideo, weiter geht’s mit dem Trailer von Schlaflos. Dieser ist übrigens ein kleines Kuriosum, einfach weil der Film Ende 2006 schon Premiere hatte. Aber da dieses Jahr voraussichtlich die DVD erscheint ist ein wenig Werbung doch nie unangebracht, gerade auch weil der Film doch sehr gelungen ist. Bevor ich hier wieder zu weit in die Details gehe, empfehle ich auch hier einfach, das passende Video anzusehen, dauert auch nur eine Minute:

Hat euch der Trailer gefallen? Für den Schnitt war übrigens René Hoffmann zuständig. René und ich werden beide bei der Erstellung der DVD beteiligt sein, er schneidet das Making-Of, ich kümmere mich um Audiokommentare und Interviews.

Und jetzt wieder etwas Info von Regisseur Christian Genzel, diesmal zur Mitarbeit von Christoph Schwarz an Schlaflos und zur generellen Bedeutung von Musik für den Film und für Christian selbst:

Christoph hat ja viele Songs für den Film geschrieben, und das fing schon an, während ich am Drehbuch arbeitete. Genaugenommen schrieb Christoph ja schon einen Song, nachdem ich ihm gesagt hatte, daß ich einen Film über jemanden machen will, der in die Nacht fährt. “Schreib einen Song drüber”. So sind dann viele der Songs parallel zum Buch entstanden. Einige auch ganz gezielt, da hab’ ich ihm gesagt: Ich brauche einen 40-Sekunden-Song, den Peter zur Eröffnung spielt und der witzig ist. Hat Christoph auch alles immer wunderbar hingekriegt, manches kam wirklich wie aus dem Ärmel geschüttelt. Bei vielen Filmen machen sich die Leute erst dann Gedanken über die Musik, wenn er schon abgedreht ist. Mir ist die Musik im Film so wichtig, daß ich schon bei der Konzeption über Songs und Klänge nachdenke. Von daher war es wunderbar, Buch und Musik quasi Hand in Hand entstehen zu lassen. Ich höre auch oft beim Schreiben Musik. Ich glaube, das ist bei vielen kreativen Menschen so, daß Musik dann etwas auslöst – ich habe das auch schon z.B. von Malern und Zeichnern gehört. Schlaflos ist ja auf einer Ebene quasi eine Liebeserklärung an die Musik. Das Thema der Musik zieht sich auch durch den ganzen Film. Was sie uns bedeutet, was sie uns erzählt, was sie festhält, und so weiter. Deswegen hatte ich mit dem fertigen Buch dann eigentlich auch schon genau im Kopf, wo man welche Songs hören sollte. Da ist im Schnitt nur wenig dazugekommen oder geändert worden. Was mir Musik generell bedeutet? Oje, wie weit kann ich ausholen? Natürlich erzählt Schlaflos viel darüber, wie wichtig mir Musik ist. Ich stelle oft fest, daß Leute entweder absolute Filmfans sind oder absolute Musikfans, aber selten beides gleich stark. Die Filmfreaks beschäftigen sich dann weitaus weniger mit Musik, oder umgekehrt. Mir ist beides gleich wichtig, weshalb ich mich in meine Musiksammlung ebenso hineinfanateln kann wie in die Filmwelt. Film hat natürlich immer auch etwas mit Musik zu tun – der Score, die eingesetzten Songs, ganz einfach der Klang des Films – aber Musik hat umgekehrt auch immer etwas Filmisches. Da entstehen Bilder, werden Geschichten erzählt, es gibt Bewegung, Ruhe. Beides gehört für mich zusammen.

Ihr wollt noch mehr wissen über Bettys Apartment oder über Schlaflos? Dann empfehle ich folgende Links zur weiteren ‘Recherche’:

http://www.bettysapartment.at

http://www.schlaflos-derfilm.de

Mehr zum weiteren Werdegang von Band und Film wieder von Christian:

Das erste Album von Betty’s Apartment war ja eine Live-CD, jetzt arbeitet Christoph an einem Studioalbum. Er hat die Songs dafür zusammen, aber weil jeder Song mit jemand anderem aufgenommen wird oder anders arrangiert wird, ist das natürlich mehr Einzelarbeit, als wenn er mit einer Band im Studio 12 Songs aufs Band klopft. Ich mag es ja gern, wenn jeder Song auf einem Album eine eigene klangliche Identität hat, und Christophs Songs sind stark genug, daß das Ganze dann trotzdem als Album zusammenhalten wird. Es ist ein zum Beispiel ein Duett geplant, und ein paar der Songs werden von Traumpfad-Keyboarder Matthias Unterhuber produziert, mit dem ich früher mal ein Electronica-Projekt namens sea39 hatte (www.myspace.com/sea39). Dementsprechend werden diese Songs dann etwas Keyboard-lastiger – manches wird also anders klingen als bisher gewohnt, aber es sind nach wie vor Christophs Songs und es klingt sehr spannend.
Konkret gibt es derzeit keine Aufführungstermine für Schlaflos, aber wenn sich welche ergeben, werden sie auf unserer Homepage stehen (www.schlaflos-derfilm.de). Wir arbeiten aber gerade an der DVD des Films. Ein bißchen wird’s damit noch dauern, aber es wird sich lohnen: Es werden Audiokommentare und Interviews auf der DVD sein, und einige andere feine Bonusmaterialien.

Es ist übrigens noch ein weiteres Bettys Apartment Musikvideo geplant, diesmal mit einem etwas traurigeren Song und René und mir als Machern. Ein Termin zum Dreh steht schon, aber mehr Info gebe ich noch nicht aus.

Aber jetzt noch einmal Info von Christian bezüglich seiner zukünftigen Projekte, gleich unter einem Foto von ihm:

Ich arbeite gerade an meinem ersten Spielfilm, Die Muse. Das wird etwas ganz anderes als Schlaflos, eine sehr düstere und fiese Geschichte über eine Entführung. Die Story setzt sich auch mit Kreativität auseinander, aber auf eine ganz andere, recht abgründige Art und Weise. Wir wollen nächstes Frühjahr drehen, und ich freu mich schon sehr drauf.

Ich arbeite auch an einer Doku in Spielfilmlänge, aber da halte ich mich lieber noch bedeckt, weil sich die Finanzierung etwas problematischer gestaltet. Ausserdem will ich ein paar weitere Musikvideos machen, ich bin gerade mit einer englischen Singer/Songwriterin im Gespräch, aber eigentlich halte ich da auch lieber erstmal die Klappe, solange das nicht wirklich konkret ist …

Rundweltmädchen und Alive im Amateurfilm Magazin

By Alexander, 03/08/2008 14:48

Ok, da Rundweltmädchen und Alive auch online noch von ein paar Leuten mehr gesehen werden können, habe ich beide jetzt beim Amateurfilm Magazin untergebracht. Der Name klingt jetzt eventuell ein wenig naja amateurhaft, aber eigentlich gibt es dort einige ziemlich gute Filme zu sehen und die dortige Besucheranzahl ist recht hoch.

Rundweltmädchen Gesucht! hat dort seit gestern Nachmittag seine eigene Unterseite. Alive wird voraussichtlich in den kommenden Tagen freigeschaltet. Beide sind dort zum Download, als auch zum Streamen verfügbar, wobei der dortige Stream qualitativ recht hochwertig ist.

Über die beiden obigen Bilder kommt ihr auf die jeweiligen Filmseiten von Rundweltmädchen und Alive im Amateurfilmmagazin. Für die Hauptseite klickt ihr am besten auf dieses Banner hier:

http://www.amateurfilm-magazin.de

Und hier noch ein paar Empfehlungen zu anderen Filmen. Über die Überschriften kommt ihr direkt zu weiteren Infos und Downloads zu den jeweiligen Filmen:

Zurück in die Vergangenheit 2 – Die Rückkehr der Zeitmaschine

Das ist der Film, den Thomas Zeug direkt vor Rollygeddon gemacht hat. Eine Art Zurück in die Zukunft mit Legomännchen.  Der Film hat echt Witz und Charme, wobei man aber auch sieht, wie sehr sich Herr Zeug mit Rollygeddon noch mal als Filmemacher weiterentwickelt hat.

Quiqueck & Hämat – Proll out (Teaser)

Noch mal Thomas Zeug, diesmal mit einer Vorschau auf seinen nächsten Film, der wohl 2009 erscheint. Der Teaser ist echt gelungen, bietet einige gute Animationen und hat einen fabelhaften Score. Diesmal geht es um zwei prollige Aliens, die sich ständig in ihrem Ufo streiten.

iRomance – Die Romantik der Zukunft

iRomance habe ich schonmal vor Jahren auf der alten Seite empfohlen, aber ich es schadet ja nicht in noch mal zu nennen. Der Film ist auf HDV gedreht, die Effekte sind echt gelungen und ich mag den Jetsons mässigen Stil (siehe Musik, Frisuren, Einrichtung) im schicken iPod weiss. Gut, dass er auch knackig kurz und recht witzig ist.

ROACH – Karl die Küchenschabe

Eine Kakerlake im Kühlschrank die wild gestikulierend auf ihre Misere durch menschliche Verfolgung aufmerksam macht. Sehr witzig, gut gemacht und superkurz.

Cool Age Characters Episode 3 – Spritztour / Cool Age Revelations – Teaser

Der Beweis, dass ich nicht der einzige in meinem Job bin, der in seiner Freizeit Filme macht. Schon witzig, dass einige der Macher echt nur wenige Schreibtische von mir entfernt sitzen (und dass ich die Leute statt im Anzug in irgendwelchen Alien Kostümen zu sehen kriege ;-) ). Cool Age fällt unter die Kategorie der Fanfilme, wer auf eher witzig gemachte Star Wars oder Star Trek Fanfilme, oder auch auf Raumschiff Gamestar steht wird hier dank charmanter Umsetzung glücklich werden.

Rundweltmädchen komplett zum downloaden

By Alexander, 31/07/2008 20:42

So, wenn ich den Download von Rundweltmädchen Gesucht! für Ende des Monats ankündige, dann halte ich auch mein Wort…

Anbei findet Ihr die Datei im XviD Format. Mit 200 Mbyte ist sie vielleicht etwas groß geraten, aber hey, erstens ist der Film ja dann doch knapp über 20 Minuten lang und zweitens versauen einem hochkomprimierte Pixelblöcke dann doch gerne den Spass am Gucken.

Viel Spass!

Datei Format Länge Größe
Rundweltmädchen Gesucht! XviD/MP3 (Auflösung 720×400) – Gezippt 22:52 min 196 Mb

P.S. Der Download ist natürlich kostenlos. Aber vielleicht wollt ihr ja nach dem Gucken einfach einen kleinen Kommentar hinterlassen, oder den Film und die Website weiterempfehlen. Wäre absolut super  :-D

Der dritte und letzte Teil von Rundweltmädchen Gesucht!

By Alexander, 27/07/2008 09:00

Pünktlich zum Wochenende gibt es jetzt den Abschluss von Rundweltmädchen Gesucht!

Jedes Epos muss auch mal zum Ende kommen, hoffe ihr schaut dann aber nicht so traurig drein wie auf dem Bild hier:

Der Download kommt natürlich auch bald. Und klar, Kommentare sind immer willkommen.

Aber erst mal viel Spass!

Rundweltmädchen Teil 3

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